Das Lektorat

Weshalb ein Lektorat?

Im Lektorat bekommt der Text die gute Form.

Ein korrekter Text ist wie ein Rohdiamant – er kann noch geschliffen werden. Und dann glänzt und funkelt er. (Schön darf ein Text übrigens auch sein!) → Ich möchte mehr wissen

"Nun sei doch nicht so pingelig - man versteht ja, was ich sagen will." Das ist der Lieblingssatz vieler, die in der deutschen Sprache ein reines Transportmittel für Informationen sehen.

Pingelig? Nein, denn die Sprache hat nicht nur eine reine Transportfunktion (à la «Hauptsache, die Räder an diesem Vehikel fallen nicht ab und die Ladung fällt nicht runter, dann wird’s schon irgendwie gehen»), sie bietet auch ein immenses Feld für Verschönerungen, Verknappungen, Ausschmückungen, Straffungen, Spielereien usw.

Ein guter und schöner Text liest sich leicht – und das tut seiner Verständlichkeit gut!

Was geschieht im Lektorat?

  • Der Text wird von allem Überflüssigen befreit
  • Fehler in der Logik werden behoben
  • Falsche Redewendungen / Bilder / Vergleiche werden korrigiert
  • Umständliche Formulierungen werden vereinfacht
  • Unpassende Wörter / Konstruktionen werden ersetzt

Dazu braucht es Sprachgefühl und Erfahrung im Umgang mit Formulierungen, Redewendungen und logischen Zusammenhängen.

Denn selbst das allerbeste und teuerste Korrekturprogramm ist nicht in der Lage, stilistische Nuancen zu erkennen.

Das Lektorat befasst sich mit der Stilistik. → Ich möchte mehr wissen

Stilistik - da kann vieles schiefgehen

Unsere Sprache lädt wegen der vielen zweiteiligen Verben (z.B. annähen, weiterarbeiten, hinunterblicken …) zur Konstruktion sperriger Sätze geradezu ein. Mark Twain hat sich in seinem Text «Die schreckliche deutsche Sprache» deutlich und teilweise auch abschätzig über solche Sätze sowie weitere Tücken und Stolperfallen ausgelassen.

Ein Beispiel: «Er fasste die Rede, nachdem sich die Kongressteilnehmer, die aus aller Herren Ländern nach Wien gekommen waren, im von Stararchitekt XY entworfenen, wunderschön eingerichteten Erfrischungsraum eine kurze Pause mit Kaffee und Kuchen gegönnt hatten, zusammen.»

Lange, komplizierte und unüberschaubare Sätze

Viele Schreibende verlieren sich im Bau eines Satzes. Am Schluss ist die Satzkonstruktion zwar beeindruckend lang, aber sie geht nicht auf. Irgendwo muss ein Fehler stecken – aber wo? Das Lektorat nimmt sich solcher Gebilde an. Vielleicht werden nach dem «Umbau» aus einem langen Satz zwei (oder drei) kurze, verständliche Sätze, vielleicht hat’s auch nur an einem kleinen Wort gefehlt.

Ein Beispiel: «Man sollte eigentlich meinen, dass eine schreibende Person jederzeit die Gedanken, die ihr durch den Kopf gehen, wiederholen kann und in der Lage ist, sie schriftlich festzuhalten, besonders wenn sie sich in einem der vielen Kurse, in denen die Grundlagen fürs Schreiben angeboten werden, angeeignet haben.»

Pleonasmen

Ein berühmtes Beispiel für einen Pleonasmus ist der «weisse Schimmel». Weitere bekannte Pleonasmen sind: «vorprogrammieren» («vor» und «pro» bedeuten das Gleiche), die «zentralste» Lage (nichts kann mehr als «zentral» sein), die «optimalste» Lösung» («optimal» bedeutet bereits «best…», die «Rückerinnerung» (eine Erinnerung geht stets auf Vergangenes zurück), die «erstklassigsten» Trauben («erst…» ist schon die Nummer 1 in der Klassierung). In einem Krimi wird zur Steigerung der Spannung «die Schwärze der Nacht immer undurchdringlicher» und so weiter.

Überladene Sätze, die wie ein monströses Glockengeläut klingen

«Sie erblickte ein leises Lächeln auf seinem Gesicht, das irgendwie wie aus den heiteren Himmelssphären, in denen die Liebe in ewiger Anteilnahme singt, sehnsuchtsvoll heranzuschweben schien, woraufhin sie ihm mit ihren mit kleinen Halbmonden fein bemalten, silbrig glänzenden und heute Morgen erst frisch polierten Fingernägeln sanft über den mit dunkelbraunen, leicht gelockten Härchen überzogenen Handrücken fuhr und sich mit ihrer kindlich spitzen Zunge geniesserisch und auf eine gewisse Art und Weise wollüstig einen vom reichhaltigen Nachmittagskuchenbuffet stammenden Marmorcake-Krümel aus dem Mundwinkel schleckte.»

Satzbrüche

«Es würde uns freuen, Ihnen mit unseren Diensten behilflich sein zu dürfen, und grüssen wir Sie freundlich …»

Redensarten / Metaphern / Bilder, die falsch verwendet werden

«DJ Ckuckuck kam auf die Bühne, und stehenden Fusses begannen seine Fans zu jubeln und in die Hände zu klatschen.» – «Der Boden im Strafraum ist heute nicht gerade sattelfest.» (Aus einem Fussballkommentar.) – «Das hätte ich dringend erledigen müssen, fiel ihm zähneknirschend ein.» (Aus einem Roman.)

(Schwerfällige) Passivkonstruktionen – oft mit weiteren Fehlern gespickt

«Die von der Mutter fleissig genähten Kleider wurden von allen Kindern immer gern angezogen. Dabei wurde besonderen Wert auf trendige Farben und Schnitte gelegt.» – «Nach der im Rathaus stattgefundenen Ziviltrauung, schritt die Prinzessin von Grosskastanien mit ihrem Bräutigam, gefolgt von 444 Brautjungfern, in die Kathedrale, wo sie von den mehr als 1000 Geladenen wohlgefällig nickend betrachtet wurde.»

Schlicht und einfach falsche Konstruktionen

«Der Vertrauensverlust in die Politik ist gross.» (Wie funktioniert ein «Verlust in die Politik»?) - «Bezüglich diesem Aspekt bin ich mich bereits schon ganz gut am Einleben.»

Bombast, gefüllt mit heisser Luft

«Sein reich befrachtetes Pflichtenheft beinhaltet unter anderem Lösungsfindungen von Problemstellungen.»

Übrigens: Jeder Text ist wertvoll und verdient ein Lektorat – selbst ein Beipackzettel für Kopfwehtabletten!

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